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So sah die Austria Presse-Agentur meine politische Tätigkeit

Stand: 13.11.01, 10:43
Seine Aussage “Menschenverachtender Zynismus” sorgte für Aufsehen – drei Jahre war Rader Landesparteiobmann. Der heute 53 Jahre alte Ludwig Rader hat eine überaus turbulente politische Karriere hinter sich, die von Höhepunkten, aber auch bitteren Rückschlägen begleitet war: Bundesweit sorgte der deklarierte liberale Politiker für Aufsehen, als er Anfang der 90er Jahre dem damaligen FPÖ-Chef Jörg Haider im Zusammenhang mit dem Parteiaustritt von Altobmann Friedrich Peter “menschenverachtenden Zynismus” vorwarf. Damals wurde ein Parteiausschlussverfahren angestrengt, allerdings wandelte das Schiedsgericht die Strafe 1992 in eine Verwarnung um. Parteiobmann. Zwischen 1985 und 1988 war Ludwig Rader steirischer Landesparteiobmann. Diese Funktion musste er wegen verlorener Grazer Gemeinderatswahlen und wegen Ungereimtheiten in der Parteikasse aufgeben. Sein Nachfolger war Ex-Infrastrukturminister Michael Schmid – der ganze elf Jahre lang die Geschicke der steirischen Freiheitlichen lenkte, ehe er seinerseits – Ironie des Schicksals – Anfang dieses Jahres einem drohenden Parteiausschluss durch Austritt gerade noch zuvor kam. Klubobmann. Trotz mehrmaliger Rückreihungen hielt sich Ludwig Rader immer in vorderster Reihe der Landes-Polit-Bühne: 1983 bis 1991 war er Klubobmann der Freiheitlichen im Landtag, von 1991 bis 1995 Dritter Landtagspräsident. Politisch eckte er in dieser Zeit auch in seiner Rolle als Vorsitzender des Untersuchungsausschusses in Sachen Pyhrn-Autobahn an: Wegen seiner prägnanten Vorsitzführung und seiner deutlich formulierten Berichte warf ihm damals die steirische ÖVP vor, “Linksverbinder” einer Kriminalisierung von Alt-Landeshauptmann Josef Krainer zu sein. Liberal. Mit Jörg Haider hatte es sich Ludwig Rader mehrfach angelegt: 1990 griff Haider persönlich ein, um eine Kandidatur Raders für den Nationalrat zu verhindern. 1991 wurde der erfahrene Haudegen vom Landesvorstand in Graz auf der Liste für den Landtag hinter die damalige Neueinsteigerin Magda Bleckmann gereiht. Mit der Abspaltung von Heide Schmidts Liberalem Forum war ebenfalls öfter sein Name verbunden gewesen, mit einem Wechsel wollte er allerdings nichts zu tun haben. Das endgültige politische Aus kam im November 1995 – nur einige Wochen vor den Landtagswahlen des Jahres 1995: Er zog seine Kandidatur mit den Worten zurück: “Die Parteispitze inklusive Klubobmann hat mir versichert, dass meine Mitarbeit nicht mehr erforderlich ist”. Mit dem seit einem Jahr amtierenden derzeitigen FPÖ-Obmann Leopold Schöggl konnte Ludwig Rader schon gar nichts mehr anfangen: Von ihrer politischen Einstellung her und dem Führen der Klingen trennen die beiden geradezu Lichtjahre.